Mittwoch, 8. Februar 2012

Jule ist tot, lang lebe Lia!

Ein Post über eine Identitätskrise? Oh nein, jetzt wirds persönlich! Ich sollte doch lieber spitzfindig über weltgewandtere Themen schreiben, wie zum Beispiel den Zusammenhang zwischen einem hässlichen Äußeren und dem Beruf der Fahrkartenkontrolleure. Oder lustige Youtube-Videos posten, wahlweise mit Tierbabys oder vielleicht wieder mal was kritisches, über ACTA.
Und wenn schon persönlich, wäre doch eher ein Bericht über den Stand meiner Diplomarbeit. Das ist sogar interessant, also für den Leser meine ich, denn es gab folgende überraschende Erkenntnis: das Schreiben und die Recherche macht mir Spaß! Das hatte ich - trotz des guten Themas - nicht erwartet, die Diplomarbeit hatte ich erwartet wie eine Geburt: qualvoll herauspressen und dann hoffen, dass es einem im Alter mal hilft. Einen dicken Bauch werde ich mir auch noch zulegen, so viel Nervennahrung wir ich brauche...

Aber leider schwirren mir andere Dinge im Kopf rum. So kurz vor dem 1. Jubiläum meines 25. Geburtstags habe ich das Gefühl, alte Teile meiner Persönlichkeit zu Grabe zu tragen. Wenn so viele Brücken zur Vergangenheit einzustürzen drohen, in Form von eingehenden Freundschaften, bleibt nur die Erinnerung, winkend auf der anderen Seite. Noch bin ich mir nicht sicher, ob es kurz vorm Kollaps ist oder das Leben nur grad ein paar Umwege fährt -wie so häufig. Und selbst wenn der schlimmste Fall eintritt und die ein oder andere Bindung schmerzlich getrennt wird, wird dadurch Platz für etwas neues, anderes. Auch wenn es schwer fällt will ich von einem einmal beschrittenen Weg nicht mehr abweichen. Nach vielen turbulenten Jahren habe ich ENDLICH das Gefühl, so UNGEFÄHR zu wissen wer ich sein möchte. Oje, heißt das, ich bin erwachsen?
Scherz beiseite. Noch ist der Kuchen nicht gegessen, noch wurden keine erbitterten Streitereien geführt. Bisher ist alles nur Gefühl. Alles nicht-gesagte Worte. So leicht wird mich meine Vergangenheit nicht los, alte Freunde wissen einfach zu viel, die kann ich so nicht gehen lassen.

Bis zum Konfrontation und offenen Ausprache in geschlossenen Räume wird noch ne Menge Kuchen gegessen. Hoffentlich noch ne Menge Seiten der Diplomarbeit geschrieben, in der Deutschen Nationalbibliothek, dem zweitstillsten Raum nach einem Friedhof. Aber reden wir nicht wieder davon! An so einem produktiven Tag wie heute (Arbeit, Diplomarbeit, Zimmer unordentlich machen) höre ich beim Nähen Rainald Grebe und mache Fotos vom Vollmond vor meinem Zimmerfenster. Derart inspiriert fühle ich mich tatsächlich wie Crusoe: warten auf Freitag.

Danke Baustelle, dass ich jetzt die Skyline sehen kann.


WORTE DER WOCHE:
"Freitag. Nach dir das Wochenende." (Rainald Grebe)

Mittwoch, 18. Januar 2012

Das Längste Gespräch

DAS LÄNGSTE GESPRÄCH

Ein kurzes Spiel in einem Akt


Personen:
LIA, Erzieherin
KIND, Kind des Kindergartens

Ort: die Tür zum Bewegungsraum

Vormittags, die Kinder spielen im Bewegungsraum, Lia bewacht die Tür.

Auftritt KIND.

LIA: Na, willst du rein?
KIND: Nein. Ich gebe dir jetzt einen Kuss!
LIA: Nein.
KIND: Doch.
LIA: Nein.
KIND: Doch.
LIA: Nein.
KIND: Doch.
LIA: Nein.
KIND: Doch.
LIA: Nein.
KIND: Doch.
LIA: Nein.
KIND: Doch.
LIA: Nein.
KIND: Doch.
LIA: Nein.
KIND: Doch.
LIA: Nein.
KIND: Doch.
LIA: Nein.
KIND: Doch.
LIA: Nein.
KIND: Doch.
LIA: Nein.
KIND: Doch.
LIA: Nein.
KIND: Doch.
LIA: Nein.
KIND: Doch.
LIA: Nein.
KIND: Doch.
LIA: Nein.
KIND: Doch.
LIA: Nein.
KIND: Doch.
LIA: Nein.
KIND: Doch.
LIA: Nein.
KIND: Doch.
LIA: Nein.
KIND: (stampft auf) Doooch!
LIA: Neeeiiin!

Abgang KIND.

Die Szene war nicht nur pädagogisch erfolgreich auf Grund ihres Ausgangs, sondern auch wegen den ausgeglichenen Gesprächsanteilen.

Montag, 16. Januar 2012

erschöpft, verpeilt, und trotzdem glücklich

Was für ein wunderschöner Morgen! Sonne, Frühreif, kleine Atemwölkchen, kurz um: der Teil, wenn man die Zeit im warmen Bett bereits resignierend hinter sich gelassen hat. Man muss sich überwinden um zu überwintern. Am Bahnhof steht man gerne mal und friert, so lange es um einen herum hübsch aussieht, und bis man merkt, dass man noch gar keine Fahrkarte hat. Verpeiltheit, dein Name ist Lia.

Heute habe ich die ersten Zeilen meiner Diplomarbeit geschrieben, und es hat sich sehr gut angefühlt. Obwohl es der Anfang vom Ende ist, und danach nichts mehr so sein wird, wie es war... Die vielen Jahren als Student waren Wasser auf den Mühlen der Illusion, dass es ewig so weiter gehen könnte. Aber erstmal schreiben! Und dann... reisen. Jawohl, ein herrliches Ziel. Mein Lebenstraum, obwohl ich noch so jung bin, also lieber: Lebensabschnittstraum. Die Begeisterung allein von der Vorstellung einer Weltreise liegt noch halb in Ketten, erst eine konkrete Entscheidung wird sie entfesseln. Und dann werde ich nicht mehr heimlich träumen müssen...

Wenn nur nicht jetzt schon so viele aufregende Dinge passieren würden! Die Auswahl an Ablenkung von der Diplomarbeit ist so hoch, dass ich gern ein zweites Gehirn anmelden würde. Unser Damen-Frisbeeteam FRAU RAUSCHER geht grad so richtig ab, wir haben viel tolle Nachwuchstalente und zusammen mit Bibi Captain (Capteusin? Captane?) zu sein fetzt einfach! Dieses Wochenende richten wir in Frankfurt die Damen-Quali aus (ne Menge Arbeit!), spielen aber selbst erst zwei Wochen später in Münster. So ein Team ist eine sprudelnde Quelle an Organisationsbedarf, denke ich mir, und nehme noch ein Schluck Bier. Verdienterweise nach dem Trainingsspiel gegen Darmstadt heute. Dann schweifen meine Gedanken ab, zur kommenden Saison, und ich überlege, wieviele Turniere ich mir wohl zeit- und geldtechnisch leisten kann. Auf jeden Fall will ich zu Tom's Tourney nach Brügge, liegt sogar näher als Berlin, und weil Dienstag der 1. Mai ein Feiertag ist, kann man sich für die Spiele am Montag einen Brüggentag nehmen, hehe.

Jetzt ist Zeit fürs Bett, der Kopf muss auf Stand By und der Teddy alles aushalten. Morgen früh steht Uni und Bibliothek auf der To-Do-Liste, gefolgt von Nachhilfe geben und nicht-krank-werden. Es fällt mir sehr schwer zu glauben, dass mein Leben irgendwann mal langweilig wird. Denn selbst wenn mal nichts los ist, bleibt mir immer noch meine Verpeiltheit!


WUSSTEST DU SCHON?
Der DFV sagt über die Frisbee-Divisionen: "Open: Die seit 1981 bestehende Basis-Division beim Ultimate Frisbee. Open hat sich im Laufe der Jahre mehr oder weinger zu einer reinen Männer-Division entwickelt. Die Spielordnung gibt aber jegliche Zusammensetzung der Teams her. Es können demnach auch gemischte Teams, reine Damen-Teams und theoretisch auch Hundeteams antreten."

Donnerstag, 5. Januar 2012

über Naivität

Naivität ist keine Schande. Genauso wenig wie langsames Autofahren. Naivität ist eher einer Illusion ähnlich, oder netter formuliert: eine Art Optimismus mangels einem bestimmten Maß an Wissen. Es ist die Waffe des Nicht-Kämpfenden, im Gefecht gegen Angst und Schrecken. Obwohl es auch naive Kämpfe gibt, wie zum Beispiel die gegen die Pfunde. Das Fremdwörterbuch gibt für „naiv“ zwei hauptsächliche Bedeutungen an: zum einen „natürlich, unbefangen, offen“, aber auch „treuherzig, arglos“ und zum anderen „einfältig, töricht“. Die erste Bedeutung hat selbige verloren, scheinbar. Wer das nicht glaubt, der ist einfach naiv.

Naivität ist keine gewählte Einstellung, es ist eine Alternative, ein Entgegenhalten. Wer nicht in die Paranoia, oder –weniger extrem- ins Schubladendenken verfallen will, darf auch mal naiv sein. Der Vorteil liegt auf der Hand: aus dem naiven Blickwinkel sind die Dinger allgemeiner, weniger kompliziert. Probleme werden einfacher, bis zum Verschwinden. Der Nachteil folgt sogleich: wenn es zu einfach wird, landet man am Ende doch wieder in einer Schublade. Die Lösungen werden also komplizierter. Das beschreibt die paradoxe Natur der unbefangenen und auch einfältigen Naivität.


(Und wer sich wundert, woher diese Gedanken kommen: ich habe etwas in den Anfängen meines momentanen Tagebuchs gelesen, von 2006. Da stach mir das Wort zwischen den Zeilen ins Auge, es war recht amüsant. Und da ich bisher nicht viel Reue angehäuft habe, machte sich meine Fantasie auf den Weg, diesen Wesenszug zu verteidigen.)

Mittwoch, 30. November 2011

ich dacht mir nu heu!

Ich bins nochmal! Heute schreibe ich schon wieder, denn ich musste feststellen: etwas hat sich verändert. Und zwar hier, in diesem Blog!
Gerade habe ich mir Posts von 2008 durchgelesen, sehr amüsant. Ganz und gar eloquent. Natürlich völlig selbstbezogen, zu oft ironisch, viel zu lange Sätze und überhaupt stehen da Wörter, die gibt es eigentlich gar nicht. So wie "geldbeutelauswärts".

Mittlerweile hat sich mein Stil irgendwie verändert. Es scheint, ich bin vorsichtiger geworden: mehr Substantive, weniger Adjektive. Mehr Substanz statt subjektivem Gefühl. Und dann denke ich mir: das ist ja schrecklich!
Als ob nicht regelmäßige Leser schon längst durchschaut hätten, dass hinter diesen paradoxen Schachtelsätzen, die sich als Lebensweisheiten tarnen, doch nur umgeschriebene Schokoladenkuchen-Rezepte stecken. Was ich damit meine ist, nach spätestens 2 Monaten regelmäßigem Lesen wird auch der/ die/ das Letzte gemerkt haben, dass ich einfach nur eine typische Studentin bin. Zuviel Zeit, zu wenig Geld und sowas von revolutionär und so, Alter.

Es wird also Zeit, dass ich mal wieder die (Gefühls-)Karten auf den Tisch haue, und nicht nur die (Fakten-)Faust. Schön und gut, dass ich ein paar neue Fremdwörter gelernt habe, vergessen hingegen habe ich scheinbar: mich in Frage zu stellen. Und war das nicht Sinn und Zweck dieses Blogs? Ein Forum sollte es nicht werden, hier zählt eh nur meine Meinung. Klar, jeder kann kommentieren (es macht nur selten jemand), aber dann schreibt wir lieber was nettes. Beifall, Zustimmung, oder warum ich euch mal wieder besuchen sollte. Ach was, schreibt überhaupt mal wieder!

Aber eines sage ich noch: Erwachsenwerden ist eindeutig die unhaltsamste Zeit des Lebens. Deswegen wollte ich das doch so lange wie möglich hinauszögern. Und wenn man es selbst geschafft hat, muss man sich eben Kinder anschaffen, dann kann man denen dabei zusehen. Das ist vielleicht der Grund, warum ich jetzt nebenbei im Kindergarten arbeite, und: Nein! ich bin nicht schwanger. Ich bin doch noch gar nicht erwachsen... Ihr etwa?


endlich wieder: WUSSTEST DU SCHON?
Letztens musste ich angeben, in welchem Semester ich bin. Ich hatte keine Ahnung! Nachzählen ergab: es ist das 12.!

Dienstag, 29. November 2011

Put...put...Potpurri*

Liebe Leser,

mich dünkt es ist mal wieder an der Zeit, von den Neuigkeiten aus meinem Leben zu berichten. Dies beinhaltet jedoch zweierlei Schwierigkeiten:
1. Laufe ich Gefahr, in eine bloße Ansammlung neu begonnener Lebensabschnitte und jährlich-wiederkehrenden Ereignissen zu stolpern (verpackt in schnieke Adjektiv-Kausal-Konstruktionen, versteht sich).
2. Passieren doch weltweit, also insgesamt und überhaupt, viel spannendere Dinge als im Kyrie'schen Alltag.

Ich will doch niemanden langweilen! Nümals!
Zumal ich mich selbst eher mit der Frage beschäftige, welches Rezept ich mal ausprobieren könnte als was ich noch zur Anmeldung für die Diplomarbeit brauche... Oder ich überlege, welcher Idiot meine verlorenen Handschuhe gefunden und nicht abgegeben hat. Mal ganz unter uns, von Dödel zu Dieb: Gib's zurück! Ich hab doch eh schon immer gelbe Finger dank Blutstau!

Der graue November ist viel zu trocken und so dermaßen wabbrig kalt, dass man sich aus lauter Verzweiflung schon gern in S-Bahnen aufhält, und derartig lang wach bleibt, dass man am nächsten Morgen wirklich auf gar keinen Fall früh aufstehen kann! Es nützt nichts, ich lenke mich perfekt ab mit wundersamen Kleinigkeiten und interessanten Begegnungen, wie zum Beispiel die 30-jährige Frau in der Mitfahrgelegenheit, die immer noch einen Milchzahn hat.
Glücklicherweise gibt es auch stets Probleme, die man von vorn bis hinten wälzen kann, und ich meine jetzt nicht die Euro-Krise oder die weltweiten Konflikte. Sondern das Problem, das mich die Freundin des Freundes nicht mag (trotz Gegenwehr!) und das mich in ein Stadium wirft, dass der wütenden Hilflosigkeit eines jeden Menschen gleichkommt, der schon mal mit einem Amt zu tun hatte. Oder das Problem, was denn wird, wenn ich mit dem Studium fertig bin... Lohnt es sich Pläne zu schmieden, solche die die absolute Erfüllung meiner Träume bedeuten würden? (wie das weitergeht, lesen Sie im nächsten Eintrag)

Geht das nur mir so oder scheinen gegen Ende des Jahres immer die schlechten Nachrichten zu überwiegen!? Fakt ist, die Sache mit Stuttgart 21 wurde verkackt, genauer gesagt die Wähler habens verkackt! Die europaweite Krise erwähnte ich schon, oder? Dazu wird derzeit so viel geschrieben, da habe ich keinen Link zu. Außerdem wird man umso verwirrter, je mehr man liest und hört... Daher Finger weg von Zappe und Zeitung, geht lieber draußen spazieren!
Ach nee, lohnt sich ja gar nicht. Gut, dann eben Musik hören!


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Dear english-speaking readers,

I am way to lazy to repeat what I already wrote in German above, I'm just writing cause I wanna share a video with you. It is especially funny for mother tongues, you'll love it! (Everyone else will at least love the dancing.)
After that I'll have the delicious food I made yesterday: filled peppers with feta cheese and basmati rice. Unfortunately it didn't bake long enough and I still get an aching stomache (I can't eat raw peppers) but it's just too yummy!
And then I'm off to teach english to that 14-year old kid, and you can bet that I learn something new everytime!
OLL RAIGHT, here's the video!

Mittwoch, 19. Oktober 2011

offen gestanden

Wo fing das an? Gestern? Letzte Woche? Es ist so viel los, ich hab den Überblick verloren. Auch, worüber ich mich ärgern wollte...
Mich ärgert gerade, wenn mich was ärgert, was ich schon vorher wusste! Wie kann man trotz besseren Wissens einfach weitermachen? "Hm, das wird nicht klappen... Aaach, sch*** drauf, los gehts!" So viel zum Thema Risikobereitschaft. Wobei, bei mir ist es immer noch Sturheit, man denke an den Ringfinger.

Ok, wir wissen es alle seit der Schulzeit: es gibt die, die mit dir sprechen, die nicht mit dir sprechen und die, die nur mit dir sprechen um über dich zu sprechen. (Genau, manche Dinge ändern sich nicht...) Und wenn man dann den ersten Schock über die letzte Gruppe überstanden hat, kommt die Ernüchterung. Was will man auch machen als offener Mensch? Solange gegen geschlossene Türen rennen bis sie sich öffnen oder sich ein Fenster suchen und davon fliegen. Und egal wie oft andere mein Vertrauen ausnutzen für ihr persönliches Vergnügen, ich kann doch nicht anders. Nur mit den gleichen Leuten macht man den Fehler nur einmal...

Ja, hier geht es um verschiedene Dinge, Ereignisse und so weiter, aber um einen Grundgedanken: am Ende des Tages, wenn die Wut und Trauer verblasst, will ich wieder fröhlich sein und feiern! Schließlich bin ich noch viel zu jung um das Leben oder auch nur mich selbst zu ernst zu nehmen!
Nein, auch wenn die Dinge -mal wieder- nicht laufen wie geplant und wenn andere Menschen mir im Weg rumlaufen, trotzdem will ich mir selbst treu bleiben. Immerhin hat es mich bis hierher gebracht, und ich gebe zu, so schlecht schauts gar nicht aus.
Also lautet die heutige Devise, basierend auf den Tagesereignissen: Keine Panik, iss erstmal nen Keks.

Freitag, 23. September 2011

Außenansicht - Me not I *

Einige von euch kennen sicherlich G. H. Mead, und seine Theorien über die verschiedenen Ichs. (nachlesen) Wider Erwarten werde ich nun nicht in Jammern darüber ausbrechen, wie mich die Diskrepanz von Me und I zermürbt. Stattdessen sehen wir uns heute mal die Sicht der anderen an. Diesmal kann ich noch drüber lachen, warum auch nicht. Unterschieden sind ja grundsätzlich kein Übel, sondern bestärken das Einzigartige. Und lernen kann man sowieso daraus. Zum Beispiel: Wie sehe ich eigentlich aus, wen ich meinen Eichhörnchenblick aufsetze?

You may have heard about G. H. Mead and it's theory about the different aspects of a personality. (read) So today we'll take a look at the Me, and instead of whining about the difference to how I see myself, I may just laugh. The truth is always somewhere in between, isn't it?
von Meriyem, 5 Jahre

Dieses Bild ist wundervoll! Entstanden in der 1. Woche auf Arbeit in der Kita, nachdem ein Kind mir die Haare kämmen wollte, mir das aber zuviel Geziepe war. Das große Gruselige bin also ich, das blaue Gekrakel im Hintergrund ist sie an meinen Haaren. Ich sage "Stop". Wirklich sehr treffend.

This is from my first week at work, drawn by a 5 year old girl from the kindergarten. Well captured, isn't it? The blue thing in the background is herself, by the way, pulling my hair, and I'm saying 'stop!'.



Die DM war dieses Jahr in Frankfurt! Man, habt ihr was verpasst! Vor allem das Hammer-Spiel gegen die Heidees, wo wir in dezimierter Anzahl über 2 Stunden lang gekämpft und geführt haben, einige von uns am Ende zusammenbrachen und wir auch noch verloren. Das werd ich nie vergessen. Das obige Foto von mir, daran muss ich mich nicht unbedingt erinnern, naja... Den ganzen Artikel findet ihr hier.

In case you couldn't be in Frankfurt last weekend, you may wanna know how the championships went... Well, to our women's team it was a great success, we nearly beat the Heidees (who only lost the finals!) in an over 2hrs game. No, not in a game, it was rather a fight! Unforgettable! The picture above was taken before that, I really don't like that 'squirrel-expression', but well... Read the whole article here.

Mittwoch, 31. August 2011

es geht rund!

bäuchlings auf meinem bett liegend, den kopf in die hände gestützt, starre ich auf das brachland vor meinem fenster. wo früher opels verkauft worden, ist jetzt freie sicht auf die frankfurter skyline, ein lkw zieht auf dem gelände staubige kreise. mein blick wandert zu den fußgängern auf der anderen seite des bauzauns, und noch viele lächerliche kleinigkeiten, nichts davon kann ich aufnehmen. soviel zu tun und ich mag mich nicht mehr bewegen, mache einfach pasue und höre gary jules. mein kopf brodelt über, mein herz klopft wie wild, was wird sich eigentlich noch alles verändern?
auf dem rücken liegts sich entspannter, die weißen wolken bauschen sich gegen den blauen himmel, stillgestandenes szenario. das sich mal nichts bewegt beruhigt mich, so langsam kriege ich sogar hunger...


die erholsame zeit war kurz, aber intensiv entspannend: ungefähr zehn tage in slowenien in den bergen, am meer, und vor allem in flüssen und seen verbracht, nicht zu vergessen die zwei kurzen besuche in münchen. und nun scheint der urlaub bereits wieder so lange her zu sein, obwohl er erst vorgestern zu ende war. so viel neues hat schon wieder begonnen, dass ich gar nicht hinterherkomme! wenn ich jemals behauptet habe, dass bei mir immer viel los ist, war das maßlos untertrieben!

mir war klar, dass einiges auf mich zukommen würde... als ich am montag früh in karlsruhe an der tankstelle auf meine mitfahrgelegenheit wartete, war mein kopf voller ideen und mein bauch voller unbehagen. nicht, dass ich mich nicht auf frankfurt gefreut hätte, nur ergriff mich altbekannte nervosität vor den anstehenden herausforderungen: ein neuer nebenjob, den ich nocht nicht sicher hatte, und mein diplom, für das ich noch keine prüfer und kein genaues thema habe... es schien als hatten diese ängste in deutschland auf mich gewartet, meine ausgeruhte seele gepackt und einmal kräftig durchgeschüttelt. schließlich kann ja immernoch alles schief gehen!
sei's drum, der vorsatz "mehr Mut!" schwirrte nun noch lauter in meinem kopf, und schließlich beginnt jeder weg mit dem ersten schritt. kaum beruhigt lande ich in frankfurt in meiner wg, wo mir eröffnet wird, das die anderen drei wahrscheinlich ausziehen werden. ja nee, is klar, ne.

montag abend war ich um eine zusage reicher und tief davon überzeugt, dass die jobsuche als kindergartentante so eine art jump'n run-spiel ist. jetzt hatte ich also level 3 bestanden, musste nur noch 2 weitere gegner besiegen und das 'goldene formular' ergattern (aka 'erweitertes führungszeugnis'). das problem ist, morgen ist september, dh ich habe keine weiteren leben mehr.

gestern früh entschied sich schließlich, dass meine mitbewohner die andere bude kriegen und zum 15. oktober ausziehen. ich war traurig und begeistert zugleich, und irgendwie gar nicht so richtig überrascht. übrigens liegt es nicht an mir, sondern an der wohnung, dass die drei ausziehen und ich kann es auch verstehen. man könnte sie "charmant" nennen, manche sagen lieber "verrückt", andere "abgewohnt" oder einfach nur "alt". ich würde sagen "perfekt! fast.", auszug kommt nicht in frage.

und heute? heute ist noch nicht mal vorbei und schon viel zu aufregend für mein junges herz. ok, zu pathetisch. sagen wir, es gab jede stunde neuigkeiten, lange gespräche mit vermieterin, mitbewohner und freund, unterbrochen durch emails mit denselben. telefonvertragskündigungsprobleme hier, auszugsdatumsklärungsbedarf dort, ich brauch schock-o-lade... eigentlich kann ich dem ganzen viel positives abgewinnen, und obwohl mir meine momentanen mitbewohner fehlen werden, freue ich mich auf die neuen. nur dieser meiner innere drang, sämtliche veränderungen unter meine totale kontrolle zu bringen, ist etwas ... anstrengend. zumal da noch perfektionismus und ungeduld hinzukommt, aber das sind andere baustellen.
fakt ist, ich muss muss muss im dezember meine diplomarbeit anmelden! denn nicht nur will ich tatsächlich fertig werden, sondern werde ich nächstes jahr am ende des sommers ausziehen müssen! irgendwie beschleicht mir das gefühl, dass jemand zugehört hat als ich mal meinte, ich brauche immer druck bevor was passiert bei mir.
na gut, selbst wenn sich die dinge schneller ändern als das wetter in neuseeland, spanne ich lächelnd der schirm aus gelassenheit dagegen und springe jauchzend in die problempfützen. denn wie sagten schon bruce lee und nietzsche? was mich nicht umbringt, macht mich stärker.

(und nächste woche folgt der verzweifelte eintrag über die unmöglichkeit, meine diplomarbeit, mitbewohnersuche, wochenendunternehmungen, nebenjob 1+2 und die frisbee-meisterschaft in frankfurt unter einen hut zu bringen. freut euch drauf, das wird ein übles gejammer!)


Dienstag, 9. August 2011

es war Hammer - HH Teil 2

tag 1.2-3...
die geschichte beginnt nun so richtig mit der ankunft in hamburg...
es war freitag, nicht zum allerersten mal, es regnete auch nicht (entgegen der vorhersage), und ich war nicht zum ersten mal da. es galt, den veralteten eindruck einer langweiligen betonierten stadt zu widerlegen... also ohne große erwartungen mit meinen zwei guten alten freundinnen Ulli und Linda die stadt unsicher machen und bei nem kumpel von Sven unterkommen; soweit der plan. so wurden wir überall freundlichst aufgenommen und versorgt (abendessen hier, frühstück da, nachtlebenführungen dort) und konnten erfolgreich die stadt vereinnahmen. zumindest fühlte es sich so an, dass wir überall waren, uns quasi breit machten.

am ersten abend mit Ulli, Stephan und dessen gastgebern am jungfernsteg, wo die vorfeier zum csd stattfand und ich zum zwecke der aids-hilfe badesalz erloste. dann Linda einsammeln und zu unseren gastgebern düsen, willkommensgeschenke austauschen (eintopf gegen brot, bier gegen äppler) und ab ins schanzenviertel. wer die dresdner neustadt liebt, wird da nicht mehr weg wollen! die nacht verlief normal, inklusive der üblichen 3 uhr-anrufe, und foto-automaten-erinnerungen.

samstag morgen schon der nächste termin: sektfrühstück bei der aids-hilfe, wo Stephans gastgeberin arbeitet und wir unseren pegel auffrischten, mit anschließender csd-parade vor der haustür. die musik war ohren- und die kostüme augenbetäubend, lächelnd fragte ich mich, ob Freddy Mercury sowas nicht gefallen hätte. und so viele proseccoflaschen hab ich meinen lebtag noch nicht gesehen... meine übermüdung verhinderte den puren genuss am stadtbummel und so glich sich meine laune dem wetter an. es wurde übel obwohl mir nicht übel war, nur diese dämliche graben zwischen den vorstellungen... so ich fuhr zurück zu unserem domizil bei Oz, denn es half nur eins: kochen. Sven gesellte sich mit seinem besuch zu uns, und nach dem abendbrot, einer runde looping louis und einem beeindruckenden jägertrain zogen wir los auf 6 paar wackligen beinen. jetzt fragt nicht, wo wir überall waren! soweit ich mich erinnere war es unter anderem ein weißwein-ort, ein white-russian-ort, ein erdbeerlimes-ort und danach diverse bier-orte. die reeperbahn war eigentlich noch beeindruckender als das schanzenviertel (wenn auch nicht cooler), da man nirgends eintritt bezahlen musste und überall krass was los war. auf die frage, wo man in hamburg morgens noch ein bier bekommt, lautet die antwort ganz klar: am tresen! ob gegen 4 uhr, wo die ersten unser party-trüppchen verließen, oder um 6 uhr, wo auch Oz und ich die segel strichen, die tanzflächen waren immer voll. dermaßen verzückt konnten mich auch der nieselregen und die windböen nicht von luftsprüngen auf dem heimweg abhalten, ein zimtbrötchen tat sein übriges.

glücklicherweise hatte sich am sonntag mein körper dem schlafmangel ergeben und folgte willig aufs schiff, momentmal, haben diese dinger schon immer so geschwankt? aber nein, hätte ich einen kater gehabt, wie hätte ich nachher fischbrötchen essen können?! toll auch der övelgönner strand im westen der stadt, dazu sonne und cappuccino.... zu recht hat Linda diesen moment im kopf verewigt. viel zu schnell mussten wir uns wieder verabschieden und auf getrennten wegen bereits beim verlassen des bahnhofs der stadt hinterhertrauern. hamburg, das war gemein! gemeint ist die entfernung...

tag 4...
hallo karlsruhe, schön mal wieder hier zu sein. ice-schnell war ich da und dann doch gleich wieder fort. ein wenig verregnet, etwas viele menschen, aber die straßenmusiker, die habe ich richtig vermisst... und das gute eis, was ich leider zur hälfte wegwerfen musste, da es viel zu kalt war zum aufessen. was für eine wiedersehensfreude, und der erste federweißer des jahres!

nun, wenn man so viele tolle orte in deutschland bereist, stellt sich die frage, warum man noch ins ausland sollte!? ach ja, richtig. die haben den sommer. die schweine!