Donnerstag, 22. April 2010

rechtzeitig geizig?

Da sitzt man so nichtsahnend mittags auf der Couch, die Sonne scheint, das Radio läuft, blättern im Versandhauskatalog... joa, dieser Strickpulli ist doch schick, und Versandkosten gratis... hm... Plötzlich flattert das Unheil in Form der Nebenkostennachzahlung durch die Tür: knapp 90€ für jeden, uiuiui. Ab jetzt zahlen wir dementsprechend höhere Nebenkosten, dabei ist die Kaltmiete erst vor kurzem erhöht wurden. Und die Stromabrechnung will ich gar nicht erst sehen, Gerüchte sagen es würde genauso viel für jeden... Also fliegt der Katalog in die Ecke, und ich fange an zu überlegen, wo ich wieder einen 2. Job herbekomme. Nachhilfe? Kellnern? Babysitten? Ich könnte auch eine Bank überfallen, aber Münzen lassen sich so schwer tragen. Oder reiche Eltern adoptieren. Oder weniger essen, trinken und duschen, aber dann müssten das meine Mitbewohner auch tun, quasi Kollektivsparen. ... Alles Unsinn!
Und gestern noch habe ich eine extra Schicht für heute morgen im Behindertenheim abgelehnt, nur weil ich mal ausschlafen wollte, einmal in der Woche. Aber was fahr ich auch auf Turniere, kann ich mir in Zukunft nur noch 1mal/ Monat leisten. Und diese Einlagen, die ich zukünftig zur Verhinderung weiterer Schädigung meiner Achillessehne tragen muss, viel zu teuer. Von Kontaktlinsen fang ich gar nicht erst an. Mein Körper braucht ganz schön viel Kram um zu funktionieren. Ich sollte meine Seele umpflanzen lassen, in einen gesunden Körper. Oder gleich in eine Amöbe. Wie teuer ist sowas?

Plötzlich fühle ich mich so amerikanisch, so verschuldet, naja zumindest Pleite. Und die Aussicht? Ein fester Job ist noch weit entfernt, erstmal muss schnell ein Praktikum her, bezahlt versteht sich. Und bis dahin den Luxus auskosten, der nichts kostet: Sonne, Schlafen, Freunde treffen und mich von Leuten anrufen lassen, die eine Flatrate haben.

Montag, 19. April 2010

post-Portugal *

FRAGE DES TAGES: (heute mal zu Anfang)
Darf man mit Blähungen in die Sauna gehen? Oder nur in die Kabinen mit Aufguss?


und jetzt der Urlaubsbericht:
zum Teil wölkig, in den Bergen stürmisch und regnerisch, später heiter und windig.
Das war die Wetterrücksage für den 27. März bis 8. April.
Und damit auch das wichtigste, denn zum Teil habe ich immer noch unter Petrus' Launen in Portugal zu leiden. Sagen wir mal, die Wanderung war mit die heftigste und anstrengendste bisher (der Stewart Island Track in NZ bleibt ungeschlagen), aber trotzdem hab ich vor allem gute Erinnerungen an den Trip! Jedenfalls schmerzt meine rechte Achillessehne, hab sie wohl überlastet als ich meinen Rücken schonen wollte. Und was außer Anstrengung sonst noch passiert ist:

Wir sind zu viert losgeflogen, haben den Mietwagen geholt und sind von Porto über Aveiro gefahren, dann bin ich mit Olivia von da aus Richtung Guarda zum Nationalpark Serra da Estrela getrampt. Wir wurden von einem Mercedes-Fahrer (!) inkl. Zwillingstöchter mitgenommen und fanden eine gute Zeltstelle. Am nächsten Morgen wurden wir perfekt zum Sonnenaufgang wach und hielten (außer einem Polizeiwagen) einen BMW-Fahrer (!) an, der uns auf der Suche nach einer Karte über Guarda bis nach Covilha kutschierte. Dann wanderten wir los, bei tollem Wetter und schöner Landschaft, nur ohne Wanderwege erstmal querfeldein. Die erste Nacht war schon stürmisch, und für ein Tarp/ Tipi-Zelt ist das ungünstig und heißt wenig Schlaf. Am nächsten Tag gabs Regen, wir wanderten bis nach Monteigas, wo wir immerhin eine Kopie der Wanderkarte (die im Übrigen seit 10 Jahren nicht mehr hergestellt wird) bekamen, und dann machten wir uns auf Richtung Norden. Eigentlich wollten wir so schnell eine Zeltstelle finden, aber erstma muss man aus dem städtischen Gebiet raus und dann waren wir auch schon wieder zu weit oben, wo es zu windig war. Wir suchten und fanden eine medium-optimale Zeltstelle mit minder tollen Zeltaufbau-Bedingungen: der Boden war Mist, es regnete und stürmte. Der Sturm wurde nachts stärker, 3 Heringe verschwanden, aber wir waren zu müde und hungrig um weiterzuwandern, nachts im Dunkeln. Ich wollte einfach nur in meinem warmen Schlafsack bleiben und im Schlaf meinen leeren Magen sowie die schmerzenden Glieder vergessen. Zum Glück fand Olivia genügend Steine als Ersatz, aber wir mussten trotzdem in Schichten wach bleiben und die Zeltstange festhalten. Ich finde es bis heute bemerkenswert, wie wir diese Nacht überstanden haben! Am nächsten Tag hieß es weiterwandern bis zum nächsten bewohnten Dorf, durch Kälte und Regen, immer bergauf. Eigentlich machte es keinen Spaß, man musste eben durch, denn wenn es kalt und nass ist und keinen Unterstand gibt, hat man keine Wahl. Als wir an diesem Abend nach schier endlosem Laufen auf einem Campingplatz bei Gouveia unter einer heißen Dusche standen, waren wir wohl die glücklichsten Mädels weit und breit!
Die Tageswanderung am nächsten Tag war auch abenteuerlich als wir uns auf einer Abkürzung wähnend durch Dornenhecken kämpfen mussten und eine Mauer erklimmen, sowie einen nur-portugiesisch-sprechenden Olivenhaibesitzer nach dem Weg fragen. Natürlich blieben wir auch nicht trocken und wir beschlossen, dem Regen Richtung Süden zu entfliehen.
Das Trampen nach Coimbra ging super, die Sonne schien und wir unterhielten uns mit dem nur-portugiesisch-sprechenden Paulo über dies und das. Achso, wir sprechen beide natürlich nicht portugiesisch, wie ich erwähnen sollte, nur Brocken spanisch, französisch und eben händisch/ füßisch. Die holländische Campingplatzbesitzerin bei Gouveia hatte uns nicht zuviel versprochen, Coimbra war eine tolle Stadt und der Campingplatz auch super. Wir spielten Frisbee in kurzen Hosen und kauften Bier und Schokolade im Supermarkt. Ich war so überglücklich!
Wir bleiben noch einen Tag und trampten schließlich am Samstag nach Lissabon, was schwieriger war als gedacht, aber immerhin erhielten wir den Segen des tiefgläubigen polnischen (oder war es ein Bulgare?) Lastwagenfahrers, der uns mitgenommen hatte. Endlich angekommen, auf ins Hostel, Klaus treffen, duschen, und abends mit Chris und Olivia ins Bairo Alto (Alstadt). War ne Menge los, aber in Jürgen's Bar konnten wir Superbock trinken und vergleichen, wer nach einem Tag Sonne den schlimmeren Sonnenbrand hatte. Vielleicht lag es an unseren roten Nasen, aber ständig zischte es: "Haschisch! Koks!" von zwielichtigen Gestalten.
Am Sonntag machte ich mit Klaus einen Stadtrundgang, inklusive botanischer Garten (75c Eintritt) und Stadtmauerpark, wo wir Laura die Professorin mit den vielen Ferienhäusern trafen. Danach gings mit den Jungs auf Richtung Küste, Olivia blieb in Lissabon. Wir landeten in Ericeira am Meer, wo wir nach dem tollen Abendessen bei Sonnenuntergang auf dem Zeltplatz noch Billiard spielten und uns im Grunde aufführten wie die Verrückten. Die Sonne blieb uns auch am nächsten Tag treu und in Peniche konnte man in kurzen Hosen rumlaufen, Espresso für 60c trinken und mit dem Elektrofachverkäufer über die Wirtschaft Portugals diskutieren. Nach meiner Überzeugungsarbeit gingen die Jungs surfen, und ich saß bei Sonnenuntergang bei Lagide im Auto und hörte den Ohrwurm des Urlaubs.

Eigentlich hatte ich ja den Norden weiter erkunden wollen, aber nicht bei so einem Wetter, also fuhren Klaus und ich am Dienstag zurück nach Lissabon. Diesmal erkundeten wir Alfama, konnten aber weder den Sonnenuntergang von der Burg sehen noch Fado-Musik hören, da es zu teuer war! Stattdessen besuchten wir ein tolles tibetanisches Restaurant, unterhielten uns wegen der deutschen Familie nebenan auf englisch und aßen leckeres vegetarisches Essen! Mittwoch unternahmen wir den zweiten Ausflug nach Sintra, diesmal waren keine Scharen von Touristen unterwegs, teuer war es trotzdem, aber irgendwas will man sich auch mal ansehen! Das Pena Schloss lohnt sich auch, dagegen ist Neuschwanstein eine Luftnummer! Und der Park erst, so schöne Bäume hab ich noch nie gesehen!
Wir holten dann Chris in Peniche ab und fuhren nach einem Abstecher in Aveiro (lustige Stadt) nach Porto um Olivia zu treffen. Wir liefen über eine sehr hohe Brücke, die einigen von uns Angst und mir Lust auf Bungy Jumping machte, und kochten auf den Treppenstufen bei der Kathedrale. Nachts am Flughafen konnten wir sogar etwas schlafen, und halb 7 ging der Rückflug, diesmal ohne Gaskartuschen im Gepäck...

Die Bilder zur Geschichte sind hier, die Erinnerungen von fast ausschließlich positiver Natur! Ich kann Portugal nur empfehlen, nicht zuletzt wegen der tollen entspannten und freundlichen Menschen, sondern auch weil ich noch nie so billigen und guten Espresso getrunken habe.
Klar, das Wandern war hart, aber man kann nicht immer nur Glück mit dem Wetter haben. Wenn man so eine Tour mal überstanden hat, ist das Wissen um die versteckten Energiereserven quasi beruhigend... Es waren ja nur 2 Tage, an welchen wir am Limit wanderten, ansonsten hatten wir vor allem Spaß und das, was wir von der Landschaft sahen, wenn es nicht regnete, hat sich auch gelohnt!

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Portugal report - in short!

I suppose most of you have already heard stories about the trip or can read german, so I'll cut my words short to some hightlights which made the holiday so special for me! Pics to be found here.

You know you're in Portugal if...

- ...it's very windy.
- ...people stare at you in disbelief when telling them about you're hiking plans.
- ...there're no hiking maps, no trail marks, and rarely trails.
- ...people are very friendly, open minded and only speak portugese.
- ...the laundry hangs outside, beneath the window, even if it's groundfloor.
- ...dogs are barking.
- ...the good things are cheap! (eg. espresso, veggetables, transport)
- ...you're on the beach.
- ...you're eating fresh fish and self-picked lemons and oranges.
- ...you buy 2 batteries and the salesperson wrappes them in christmas paper.
- ...everyone is crazy about Jesus.
- ...random people come and sit at your table in the park and chat a little.
- ...policemen wear riding boots.
- ...the only thing likely to find in a remote area is a pharmacy.
- ...you don't wanna leave this relaxed atmosphere.

Samstag, 10. April 2010

April-Kalenderblatt


Frühling! Das wars zumindest in Portugal... Gestern sind wir zurückgekommen, deswegen der späte Eintrag.
Sagen wir mal, diesen Monat kann eine postive Einstellung nicht schaden, vor allem im Bereich Uni (Praktikum ahoi!), Frisbee (erstes Turnier in 2 Wochen) und WG (...). Nehmen wir uns ein Beispiel an den Portugiesen, die sind meist sehr entspannt und freundlich. Also lautet die Devise: lächeln und Fahrrad fahren! Raus ins Grüne, Zeit mit Freunden verbringen! Frische Luft und Leute, die einen mögen und respektieren, das ist Balsam für die verwinterte Seele! Peace and love, Schätzeleins!

Dienstag, 16. März 2010

die Unsüchtige

Gerade eben war die GEZ bei uns klingeln, zum Glück bin ich nicht ran, ich lüg doch so schlecht. Dabei kann man sich als Student einen Fernseher gar nicht leisten, aus 3 Gründen: 1. finanziell - das Geld geht für Reisen und Parties drauf, 2. zeitlich (Reisen und Parties) und 3. geistig - man spricht nicht umsonst vom Volksverdummungsapperat (klar gibts auch alternative Programme, aber selbst die sind selten so gut wie entsprechende Literatur, abgesehen davon guckt die kaum jemand). Ich bin seit Oktober 2005 fernsehfrei, freiwillig, und anfangs war ich überrascht, wieviel Zeit ich plötzlich hatte. Ja, ich war süchtig, hatte dutzende Lieblingsserien und erkannte sämtliche Werbungen nach 3 Sekunden an ihren Jingles. Und da bei mir die Glotze nie nur nebenbei lief (Stromverschwendung, dafür gibts Radios), hatte ich plötzlich den halben Tag gespart.
Jaja, die Suchten (Süchten?) des Alltags. Schon 4 Jahre bin ich von der Kiste weg, seit 0,4 Jahren von Fleisch und Wurst, und seit ca. 0,04 Jahren von Kaffee. Zugegeben, die Kaffee-Sucht ließ sich nur durch akute Magenprobleme bremsen, gepaart mit der Freude nun den Grund für die am Ende fast täglichen Schmerzen gefunden zu haben. Jetzt muss ich mich zu den Uncoolen in die Ecke stellen, die zu ihrem Tofu-Sandwich noch im Coffee-Shop einen grünen Tee bestellen. Müsste ich, hätte ich das Geld (und würde mir Tofu schmecken). Es scheint, als ob bei mir der Hang zur Süchtigkeit nicht fruchten will, so bin ich kein Raucher, kein Kaffee-Trinker und kein ... Ok, Schokolade mag ich. Und einigen fällt vielleicht noch ein, wie gern ich im Internet bin. Tjaha, nur muss man da die Grenze zur Sucht entlang der Abhängigkeit ziehen. Solange es noch eine Frage der Gewöhnung ist, ob man mit weniger oder gar ohne etwas auskommt, muss man sich keine Sorgen machen.
Lieber unsüchtig als unzüchtig, denn dafür genauso umsichtig wie uneinsichtig. Richtig? Nichtig.


WUSSTEST DU SCHON?
Manche der Einträge sind mit etwas Sarkasmus behaftet. Das wiederhole ich aus Selbstschutz vor wiederkehrender Empörung oder Ratlosigkeit, ebenso wie den Hinweis: Anonyme Kommentare, wir müssen draußen bleiben.

Mittwoch, 10. März 2010

kommen und gehen

Der Winter geht, der Winter kommt.
Gerade lief in den Nachrichten, dass die restlichen Jahreszeiten vorerst ausfallen: Eine Sparmaßnahme des Bundeswetterministeriums, die Sand- und Setzlingpreise seien in astronomische Höhen geschossen, während Daunenjacken derzeit zu Schnäppchenpreisen in den Warenhäusern lagern. Manch einer will eine Beteiligung der Creme-Lobby nicht ausschließen, die verzweifelt den Erhalt trockener Haut anstrengt.

Frieden geht, Gleichgültigkeit kommt.
Wie oft musste ich schon einen Zusammenbruch meiner inneren FFEK-Diktatur durch die Desillusions-Opposition erleben? Und dann scheint auch noch die Sonne, wenn die Dinge mal nicht so glänzend laufen in der WG, wie gemein und paradox das Leben doch sein kann! Jedenfalls werde ich mich bemühen, meine Ansprüche zu senken und vor allem daran denken, dass bei verschiedenen Vorstellungen auch verschiedene Vorteile rausspringen! Obwohl es schon nervt, wenn ich mit meinen Mitbewohner darüber streiten muss, ob man nach einer heißen Dusche das Fenster aufmachen sollte, oder wenn ich nach einem langen Spätdienst nervlich nicht in der Lage bin mit meiner Mitbewohnerin eine Diskussion über Aufgabenverteilung zu führen. Die Grundvoraussetzung sind jedoch gut, ich bin zufrieden mit der Gesamtsituation, und die Details werden sich eh nie klären. Neues Motto gegen Verzweiflung: Probiers mal mit Gleichgültigkeit. Oder noch besser: faulen statt maulen. Und da das so negativ klingt, wird hinzugefügt: auch mal auf die positiven Seiten konzentrieren.

Anruf kommt, Fassung geht.
Gerade noch in Euphorie die Urlaubsplanung auf die Spitze der Vorstellungskraft getrieben und dann ein Anruf vom "significant other", und schon ist die Stimmung gekippt. Geht euch das auch so? In der einen Minute noch frisch, fröhlich und unumhaubar, und plötzlich ein kleiner Schubs des Schicksalsverantwortlichen, ein Wort zuviel da, ein Wort zu wenig dort, und schwuppdiwupp ist man in Tötungslaune. Meist richtet sich der Ärger im Grunde gegen mich selbst, schon allein wegen der Lächerlichkeit der Existenz der Aufregung. Dieses Schnauben über eine Kleinigkeit und parallel dazu der Frust über das Schnauben. Ich bewerbe mich als Gelassenheitslehrling.
Was, ihr kennt das nicht? Dann seid ihr wohl ausgeglichener. Dafür bin ich eben emotionsflexibel.

Die Vernunft geht, die Einsicht kommt.
Ein proklamatischer Aufruf:

Leute, lasst das Denken sein,
Geist und Verstand, die schränken ein!
Das Hirn ist ein gar böser Fluch,
Verantwortung wächst Buch um Buch.
Wer Freiheit will und Wissen kriegt
schon bald im Grabe der Erkenntnis liegt!

Und, bleiben jetzt noch welche die mich ernst nehmen? Freiwillige vor!



WUSSTEST DU SCHON?
Irland feiert den Saint-Patrick's Day. Motto der Irish Pubs: Grün kommen, blau gehen.

Dienstag, 2. März 2010

März-Kalenderblatt


Über das Essen redet man nicht, zumindest nicht übers Nicht-Essen dank Kalorientabellen.

Daher nur kurz:
darf ich mich vorstellen? VegetaLia, Typ "pesco-ovo-lacto". Bloß kein Fleisch oder Wurstkram, seit 2 Monaten auch ohne Ausnahme. Wer hätte das gedacht? Mit deutscher Küche aufwachsen heißt Fleisch essen. Und jetzt nur noch Beilagen? Zum Glück nicht, so langsam lerne ich richtig kochen, und es schmeckt auch. Und ihr, esst doch was ihr wollt! Falls ihr jedoch auch mal ohne Fleisch auskommt, dann kommt raus zu mir und ich perfektioniere mein kulinarischen Künste.

Montag, 22. Februar 2010

ego sum

Hollywood wäre stolz auf mich! (und sich!) Wahrscheinlich zeige ich genau die Reaktion, die sich ein jeder Regisseur, Produzent und wahrscheinlich auch Schauspieler gewünscht hätte: Die volle Packung Emotionen! Ich bin sehr empfänglich für sowas, geradezu befangen von dem Film, hab gelacht und geweint und werde ihn allen weiterempfehlen. Schade nur, dass niemand was daran verdient, aber wie sollte man das auch mit Geld begleichen? Ich war weder im Kino noch besitze ich (persönlich) die DVD... Ich zahle in Lob und Erkenntnis.

Oft habe ich mit Leuten diskutiert, ob Menschen sich ändern können, und war immer Stur der Ansicht, dass sie das nicht tun. Nicht oft, nicht grundlegend und schon gar nicht absichtlich. Man macht Fehler und korrigiert, man versagt und beginnt von vorn, aber man bleibt die gleiche Person. Was auch immer man erlebt, das innere Antlitz ändert sich nicht, die Erinnerung meißelt den Stein der Persönlichkeit. Ich bin überzeugt, dass wir viel versuchen um zwischen Erscheinungen zu wechseln, manche sogar täglich, und dass selbst die Macht der Gewohnheit bezwungen werden kann. Jedoch wechselt niemand von Gut zu Böse oder andersrum, denn die Interpretation und Unterscheidung ist subjektiv, und von außen anders als wir es selbst empfinden. Solange sich unser eigener Maßstab für Recht und Unrecht nicht ändert, kann man nicht davon sprechen, dass wir uns ändern. Bei einigen pendelt das Maß bis das Bewusstsein durch Erfahrung fixiert wird und von einem groben Maßstab (Kindheit) über einen sehr detailierten in einen ...* Maßstab (Alter) übergeht. Vor allem bin ich mir so sicher über die Unwahrscheinlichkeit, dass Menschen sich ändern, weil ich es mein ganzen junges Leben lang probiert habe. Ich bin um die ganze Welt gereist, habe viel erlebt, nur um danach ein ca. 15 Jahre altes Video zu sehen und festzustellen, dass ich damals schon genau die war und werden sollte, die ich heute bin. Der Glaube um die Einzigartigkeit eines jeden Menschen, den wir täglich als bewiesen wahrnehmen, trotz der unzähligen Ähnlichkeiten aller Menschen, kommt nicht von ungefähr.
Jedoch ist mir heute etwas bewusst geworden, als ich den Film "Der seltsame Fall des Benjamin Button" angesehen habe, und was meine Theorie nicht widerlegt und trotzdem Hoffnung macht: Selbst wenn man sich nicht ändert, kann man doch der Mensch werden, der man immer sein wollte. Die Verkleidungen vergessen und in sich selbst verlieben, mit den Vergleichen aufhören und genauso so sein wollen, wie man ist. Und dafür ist es nie zu spät!


* Das weiß ich noch nicht. Vielleicht wird der Maßstab wieder grob, vielleicht noch genauer. Wenn ich alt bin, werde ich es erfahren.

Dienstag, 2. Februar 2010

Februar-Kalenderblatt


...eine Hommage an meine Träume, die fast immer sämtliche Verrücktheits-Skalen sprengen, mit Sachen wie dem brennenden Eifelturm und Fahrtkarten aus Schokolade, einem Gespräch mit Obama über persönliche Zukunftsvorstellungen, sowie vollständigen Science-Fictionen-Filmen. Irgendwann werde ich einen Film drehen und viel Geld damit verdienen. Oder zumindest ein Buch schreiben: "basierend auf einer wahren Begebenheit aus meinen Träumen"

Mittwoch, 20. Januar 2010

Des Anfangs Ende

Jetzt sagt nicht es ist schon wieder ein neues Jahr?! Zumindest hört man immer noch wie die Leute sich alles Gute wünschen... Ob das hilft? Die Zeiten sind ja nicht gerade rosig, denn seien wir mal ehrlich, die Prognosen waren wohl doch etwas optimistisch und müssen nun kleinlaut zurückgedreht werden. Zudem war es bisher so kalt dass die Zähne klapperten, dabei kann man sich ein neues Gebiss gar nicht leisten. Wenn jedoch die neue Regierung tatsächlich mal Wort halten sollte und das Kindergeld wie versprochen erhöht (hat), kann ich wenigstens weiterhin meine Miete zahlen. Aber man soll den Tag nicht vor dem Abend loben und schon gar nicht eine Merkel vor der Abwahl. Denn auf die Unzuverlässigkeit der Politik ist Verlass und so schneidet man mir das gesparte Geld bestimmt anderswo aus der Rippe.

Trotz oder gerade wegen der kaum befriedigenden Bedindungen hier ist der nächste Urlaub schon gebucht! Im März/ April geht es für fast 2 Wochen zum Wandern nach Portugal, zusammen mit 3 Freunden vom Frisbee. Ich kanns kaum erwarten dem Großstadtrubel zu entfliehen und in der aufregenden Ruhe und fairen Gleichgültigkeit der Natur mein Dasein mit seinen Grundsätzen zu konfrontieren. Noch bin ich aber gezwungen Joe im Keller zu lassen und in überfüllten öffentlichen Verkehrsmittel umständlich zur Uni fahren, unerträglich nah an anderen Menschen, deren Existenz meine Sinne zu eigentlich jeder Tageszeit überfordert. Warum gibt es denn kein Parfumverbot in Straßenbahnen? Aber was tut man nicht alles für sein Fahrrad! Letzten Montag hatte ich noch damit versucht durch den Schnee zu kommen, mit einem durchschnittlichen Erfolg von 10km/h. Mein Professor, der mich zufällig nach dem Seminar traf, fand das sehr mutig.

Falls ich nun die Hoffnung geschürt habe, dass gleich eine bissige Abhandlung gegen Schnee kommt, kann ich jene gleich wieder enttäuschen. Ich liebe Schnee nämlich! Immer und jederzeit. Selbst wenn er mein Auto zu 60km/h auf der Autobahn zwingt. Denn beim langsamen Fahren kann man die verschneite Landschaft besser bewundern. Das war im Dezember, auch im Januar konnten wir oben auf dem Kandl sogar Rodeln und uns ausgiebig mit Schnee bewerfen, uns darin wälzen und mal so richtig den Arsch abfrieren. Und vor einer Woche, als in den Medien noch Panik vor einer "Schneekatastrope" geschoben wurde, stand ich freiwillig früh auf um einen Sonnenaufgang in der Winterlandschaft zu sehen (leider hatte die Sonne den Termin verpasst). Die Katastrophe blieb natürlich aus, sehr zum Entsetzen der Skilifte in den Alpen, und wie Teamkollege treffend meinte: in Bayern sagt man dazu "Winter".

Das Turnier in Dresden war übrigens super, auch weil ich diesmal mit Frankfurt (mixed) spielen konnte aber vor allem weil wieder einige meiner Freunde vorbeigekommen sind. Dabei war es mir diesmal gar nicht so wichtig, Frisbee ist einfach nicht mehr Mittelpunkt meines Lebens und der Spirit ist mir etwas abhanden gekommen. Wenn man erstmal als zweitklassiger Spieler abgewertet wurde, verabschiedet sich auch die Motivation. Mittlerweile muss einmal Training in der Woche reichen und wegen Turnieren verschiebe ich schon längst keine Treffen mehr. Obwohl der Wintercup mit unserer Damenmannschaft überraschend viel Spaß gemacht hat und ich mich (zumindest nach der erholsamen Mittagspause und nachdem ich meine Würfe an Frauen-Laufgeschwindigkeit angepasst hatte) als wichtiger Teil des Teams etablieren konnte. Ich hab sogar gerödelt, eine Premiere! Vielleicht kommt die ganze Begeisterung wieder, wenn nur genug Gras über London gewachsen ist.
Apropos, die Fotos von dem Ausflug sind bald online, hier, und ich meine die s/w!
Außerdem wollte ich den Kalender mit euch teilen, den ich zu Weihnachten für die beste-aller-Mutschs gemacht habe. Zum ersten Mal habe ich mich beinhahe rücksichtslos künstlerisch an Collagen gewagt, und sie wirken erschreckend konservativ. Wie sehr wir uns doch selbst dann treu bleiben, gerade wenn wir das Gegenteil versuchen!


Auf Arbeit, wo ich tatsächlich noch hingehe aus Alternativenmangel (natürlich) ist alles beim alten, noch niemand gestorben dieses Jahr, dafür sind alle verrückt. Und die Behinderten erst!
Und auch in der Uni geht es zu wie im Tollhaus, aber so lange ich dabei was lerne... Obwohl das eigentlich gar nicht nötig wäre, denn nach Ansicht meines Mitbewohners muss man keine Ahnung von Pädagogik haben um darüber zu diskutieren. Sagt ausgerechnet ein Fussballer! Aber solche Einstellungen zeugen von Ignoranz und die beste Umgangsmethode damit ist natürlich sie zu ignorieren. Ich muss ja schließlich noch 2 Referate halten und mindestens doppelt so viele Hausarbeiten schreiben, keine Zeit, das auch noch zu rechtfertigen. Aber ein Praktikum ist noch nicht in Sicht, wann soll ich mich da auch drum kümmern? Bin ja den ganzen Tag damit beschäftigt, kein Internet oder Telefon zu haben. Damit erklärt sich auch warum ich nicht mehr bei Skype bin und erst jetzt wieder einen Eintrag verfasse. Aber wenn man mal die Tatsache außer acht lässt, dass alle Welt meint mich elektronisch erreichen zu müssen und überhaupt ohne Internet gar nichts mehr geht, ist ein Urlaub davon ganz erholsam. Und belegt außerdem das Gegenteil. Und ihr habt die Zeit auch überstanden ohne zu wissen wie es mir geht, nicht wahr!? Das vergessen wir leider manchmal, wie Warmuuh treffend feststellt.
Hiermit also ein paar Grüße aus dem Off! Bleibt ja anständig, denn ich kann mir gerade weder die peinlichen Fotos online ansehen, noch die üblen Geschichten über Telefon anhören. Ruf mich lieber auf dem Handy an. Alda.

Sonntag, 3. Januar 2010

soundtrack for my funeral

so, what's new? the year, yes. a new beginning, or at least unwritten pages of a brandnew calendar, yet to be filled with dates of birthdays and plans for, let's say, january. for me the new year had already started in mid-december, when I felt that things were changing or even came to an end. some beliefs, friendships and other passions. it's not an exact dateline to tell me when a period of time finishs but rather a feeling, involving calmness and excitement simultaneously. so on new year's eve I celebrated what has happened before, being grateful what I have now and almost outragously curious what is to come into my ever changing life.

now I'm back in Frankfurt, already missing my family and friends, ...home! everyone who has once been there, far in the east, will agree about it's beauty. one day I will be back in Dresden, sitting at the riverside in the summer, looking at the centries-old buildings and just feel content. it's not a smart move to hang your heart on a city, or a certain place, and then leave, but as a passionate human being it's all but unaviodable. my rare visits make it even more special and my appreciation to be there grows every time I wander through the familiar streets. is it just me, or are people in Dresden more friendly, indeed? maybe a bit more naive, too, than in Frankfurt or other bigger cities, but caring and outgoing. for now I lean on my memories and just wait til the weekend until I'm back home, playing frisbee. it's work, more or less, that made me coming back one week before uni starts again. I called my boss at work this afternoon, to ask when I have to work again, and he said, "nightshift, tonight!". not the best news when I'm still in holiday-mood and facing a heap of stuff to be done soon... anyways, I prepared myself mentally, until he called me just a few minutes ago to tell me he got confused with the week days: "your nightshifts are starting tomorrow". coolio. that means I can get out and see a friend, softly shaking off that slight lonelyness, which already caught me moments after my last ally left me, after 7 incredibly wonderful days.

it's not a relief being back in Frankfurt, it feels even less home after all that fun I experienced elsewhere. though I know it's more the snowless weather and early darkness working against positive thoughts, and therefor I just have to kick my ass and get started. but before I do that, I create a playlist. it's a priority, music always helps. it has pulled me out of more shit than any friend ever could. hence I don't find it akward to think about the music I would like to be played at my funeral. that'd be the only thing important to me. people who know me also know I'm making soundtracks for everything. cleaning. packing. trips. moods. parties. I was thinking about a song for my wedding, so why not for my funeral? I think those songs are beautiful and I'd rather want the audience (I'm a bit unsure if this is the right term in this context...) to listen to them than to long tearful speeches. I always found music more consoling than just words.



that's it for now.
tomorrow hasn't spoken yet,
so I'll let this day set
for the same difference to come anyhow!