Mittwoch, 9. Dezember 2009

kaunddaun *

hallo freunde!

aaah, stress, durcheinander, beängstigende rechnungen der krankenkasse. langsam sollte ich mal einen unfall haben, sonst lohnt sich das gar nicht! und doch weiß ich: die wollen nur mein bestes. mein geld.
das hat diesen monate eh eine hohe fluktationsrate, dabei hab ich noch nicht mal geschenke gekauft. und außerdem verdiene ich weniger als vorher. konstellarisch suboptimale situation, sollte ich meine soziale partizipation aufrechterhalten wollen.

und sonst?
uni? läuft. *
frisbee? schmerz! *
liebe? immer. *
* miteinander austauschbar

beängstigenderweise werden meine träume nachts immer realistischer. warum? gen null tendierender fernsehkonsum? besuche in kritischen seminaren? realitätssteigerung durch einkommenssenkung? ich wünsche mir zu weihnachten ein märchenbuch! nicht, dass die realität so unerträglich wäre, nur ihre unstetigkeit macht mir zu schaffen. wo hingegen die geschichten aufhören, wenns am schönsten ist. interessante vorstellung.

erkenntnis:
wenn der kaffee nicht mit einem schluck morgen beginnt,
könnte der tag kompliziert werden.


und zum ersten mal auch lyrik:

Herbst In Frankfurt

Nebliger Morgen
verschleiert die Silhouetten der Baumgerippe

das zähe Kalte verschluckt den Tag


müde Stadt

deren dunklen gähnenden Rachen

nur etwas Sonne zu erhellen vermag



(mein stadtführer im hinterhof in offenbach. fotografie-seminar, thema: kindheit im nordend)


*~*~*

only a few days left... and things keep changing, while I try not to be impatient for the results. on the other hand, stress, stress and lots of things to do and think of! a busy time, and that's when difficult relationships become fragile and about to break. but a problem always consists of two people, so I shall not critise others before myself. to not talk about an issue usually causes more issues and therefor a higher need for communication in the end. of course! silence may be golden, but won't pay for your problems after all.

not always easy having the same goals but different styles...
but through the darkness we'll move, our faces lighting up with smiles!


ignoring the spirits of christmas, I focus on those of ultimate. they almost had me on my first tournament since london (which didn't quite deliver, regarding the drama before)... I felt the butterflies coming back at the uni-championships in kaiserslautern, oh how I had missed just playing for fun! I enjoyed it a lot. but on sunday our team was in bad mood, maybe due to exhaustion, it just drove me crazy that we couldn't motivate ourselves. it was more or less one guy in our team keeping the bad spirit, but it spread quickly. that wasn't the frankfurt I used to know! well, surely I'll see it as an exception, although I'm not looking forward playing with that guy at my next two tournaments...
but since you cannot chose the people around you, gotta love the ones you're with.

Donnerstag, 3. Dezember 2009

hinterm Vernunftshorizont gehts weiter

Was gibt es neues?
- Wie, außer dass ich beinah vollständig Fleisch vermeide (nennt mich Vegetalia!) und mein Glauben zur Agnostik geschrumpft ist?
Och...

Heute morgen, also kurz vor 10Uhr, saß ich mit meinem Kaffee vorm Fenster und starrte unwillig auf den Regen. Das macht Böcke auf Fahrrad fahren! Aber mit den ÖPNV dauerts doppelt so lang, und da der Kaffee mal wieder viel zu stark war, hatte ich keine Wahl. Als ich kurz darauf gegen die nassen Naturgewalten mein Weg gen Uni bestritt, total angeschissen vom Wetter, kackte mir so ein bekloppter Vogel aufs Bein... Damit lernte ich meine erste Lektion bereits vor Seminarbeginn: Sei dankbar, denn schlimmer gehts immer. Und: Fahre nicht unter Laternen durch.
Übrigens sollte man auch NICHT probieren, direkt vor einem Polizeiwagen über eine rote Ampel zu radeln, auch nicht im Dunkeln, auch nicht mit einer Über-Ungeduld. Selbst in der Verbrecher- und Drogenhauptstadt Frankfurt hat unser Freund und auf-die-Sprünge-Helfer noch genügend Zeit, mit Blaulicht ein Fahrrad an- und Standpauken zu halten. Aber ich musste nicht zahlen, und entdeckte zudem eine mir bis dato wenig vertraute Eigenschaft: wenns drauf ankommt mal die Klappe halten!
Mann in Blau: "Machen Sie das öfter, über rote Ampeln fahren?"
Mögliche Antworten:
a) Soll ich Sie auch noch anlügen?
b) Sie meinen pro Strecke?
c) Neeeeeeeein, nicht doch!
Nichts zu sagen, lässt alle Möglichkeiten offen. Und es hilft auch keinen Führerschein zu haben.
Und nun bremse ich immer ab vor roten Ampeln! Sehe mich nach Polzeipräsenz um, und fahre dann erst weiter. Natürlich nie betrunken!

Aber der Tag heute wurde noch sehr schön, denn in der Uni angekommen hatte ich ein super Seminar, trotz Streik, und viel Spaß mit Lena, die mit ihrer guten Laune den Regen vertrieb. Der Professor referierte über Behinderte und deren "Integration" ins Bildungswesen, sehr eloquent, bissig und ach ja, bei dem sollte ich mich prüfen lassen. Vorausgesetzt, er ist in 2 Jahren noch an der Uni.

Das führt direkt zum Thema ARBEIT, genauer: Behindertenheim. Davon hab ich auch noch nie erzählt...
Ich bin ja gern dort. Man ist mit dem Chef per du und kann daher Dinge sagen wie "M., zick DU doch ma nich so rum!" (klingt hart, war aber völlig berechtigt, ich habe eine Unschuldige verteidigt!) Man wird schon mal völlig abgehärtet für späteren Nachwuchs bzw. zu pflegende Verwandtschaft. Man lernt sinnlose Vorschriften von oben zu ignorieren, eine Tätigkeit voller Risiko. Und ich könnte mich sogar vorrangig und kostenlos gegen die Schweinegrippe impfen lassen. Aber da könnte ich ja gleich anfangen, ne private Altersvorsorge abzuschließen, oder ne Lebensversicherung. Oder über grüne Apeln fahren. Ha!
Ich bin nun schon über 3 Jahre da und es wird echt nie langweilig. Da gibt es den Joachim (Namen nicht geändert, kennt eh keiner), der sich gerade vom Schlaganfall erholt und wieder sprechen lernt. Da stand im Pflegebericht vor kurzem: "Bew. geht es gut. Hat ein neues Wort gelernt, findet jetzt alles Geil." Ich laufe durch den Gang, schieb den Manni vor mir her und sage Hallo! zu Joachim. Was antwortet der? "Geil."
Ein paar Auszüge meiner Notizen über den Job:
Mai 2007 - Der Tag war bisher schon anstregend, dann auf Arbeit ankommen und feststellen, dass ich mit 2 der nervigsten Kollegen Dienst habe, lässt Stress befürchten. durchatmen, die Sorgen weglächeln und rein ins Vergnügen! mein Enthusiasmus hält bis zu dem Moment, wo Christine mir erzählt, dass ihr Urinbeutel ausgelaufen ist. Hose, Schuhe etc. müssen gewechselt werden, sie liegt auf dem Bett und regt sich furchtbar auf, aber ich bin diejenige, die die nassen Socken mit spitzen Fingern in die Wäsche befördert...
Oktober 07 - diesen Moment intensivsten Gefühls... ich fühl mich wie kotzen, heulen, schreien, ausrasten... alles! wie betäubt und doch einschneidend, erbarmungslos. tief Luft holen... gerade ist der Neue gestorben, gestern hab ich ihn zum 1. Mal gesehen. irgendwie ist das alles unrealistisch. ich muss anfangen zu arbeiten obwohl ich mich fühle wie weglaufen. so ein Dreck! wovor hab ich eigentlich Angst? was macht mich s fertig? ich kannte den Mann kaum und so symphatisch war er mir auch nicht... vielleicht führt es mir einfach meine eigene Sterblichkeit vor Augen und im selben Moment die Hilflosigkeit mit welcher ich ihr begegne. es geht dabei ja nicht nur um mich, auch den anderen droht früher oder später ihr Schicksal, ohne dass ich die Macht hätte es zu ändern!
Dezember 08 - Let The Sunshine In, dieses Lied 22Uhr zu hören hat etwas von angenehmer Ironie... es passt allzu perfekt auf mein Leben. Auf Arbeit habe ich erfahren, dass eine der Bewohnerinnen tot ist. Einfach so. Von jetzt auf gleich. Am liebsten hätte ich mich verkrochen, nicht aus Trauer, aber um der Verwirrung zu entgehen, denn trotz des Schocks fühl ich mich sehr glücklich momentan.
Juli 09 - Nachtdienste sind schon was tolles: entspannt arbeiten und zwischendurch Zeit zum Grübeln. Und wichtige Entscheidungen werden auch ab und an getroffen... So fahre ich also doch nach London! Ja, ich bin bei der EM dabei! Mal sehen, wann ich anfange, mich zu freuen.

Natürlich werden diese Auszüge meinem vielfältigen Arbeitsleben nicht representativ gerecht, aber für heute habe ich genug geschrieben. Mein Brot ist fast fertig gebacken und einkaufen muss ich auch noch. Heute Abend ist die ganze WG beim Sport, nämlich Fussball, Fitness-Studio und Frisbee, alle Aktivitäten mit F. Schöner Abschluss-Kommentar von Helle: "Boah sind wir sportlich, das is ja zum kotzen!"

Montag, 9. November 2009

to myself

every day in my life I find myself questioning almost everything I have and do. I wonder if I rightly use my right to live, if I'm making it special enough.
what about my studies, are they right for me? and my friends, what do they really think? is playing frisbee good for me or will it lead to another drama? do I do my dreams justice or am I already caught in a capitalistic way of life, leading to a reasonable job with the main focus on money? am I aware of all my possibilities and do I make the best of them? do I use my potenial in every single way?
live is the most confusing thing ever and at times I feel the urge to express my emotions in a song, which wouldn't work with my basic guitar skills on the one hand and my high demands on the other... then I think, just write them down, but the words just wouldn't suit my complex thoughts or my high expectations on poetry. there are days I'm not even sure I have a single talent.
I look in the mirror and wonder if that's really me.
I can't make up my mind about myself and I don't want to. in contrary, other people seem so established in their way of life and sure about what they wanna do and who they wanna be. how do they do that? aren't they afraid to miss out?
The question is: I might be 80 years old before I finally find my true self, or better: before I've seen all sides of my true self... Does that scare me?
Yes, definitely. This is the only secure answer I can give. Not to know all the others might be difficult, but above all, it gives me freedom.

Mittwoch, 28. Oktober 2009

bei Sammy Narr und Effi Zienz (Aufgewärmtes 3)

Man hat schon nicht mehr dran geglaubt, also zu sagen "die Hoffnung aufgegeben" wäre übertrieben, doch zumindest schien es wahrscheinlicher, einen Sport zu finden bei dem nicht gedopt wird (nein, Schach zählt nicht) als mich regelmäßig an der Uni zu treffen. HA! Dem ist aber so, 4mal die Woche in 7 Kurse, das ist eine Steigerung von 80% gegenüber den letzten beiden Semestern, in welchen ich im Unigelände höchstens in der Mensa, meist aber außerhalb dessen arbeiten und Frisbee spielen war. Nun aber wird fleißig studiert, ich mach 4 Scheine (eine Steigerung um 400%) und stehe dienstags sogar um 7Uhr auf. Doppel-HA! Und was steht so auf'm Plan diesen Winter?

Lebensgeschichtliche Krisen und nachhaltiges Lernen: Wusstest ihr, dass 1968 wegen einer politischen Zwangsemigration 30 000 jüdische Polen nach Österreich (auf dem Weg nach Israel) abgeschoben wurden? Erst vor kurzem hat die polnische Regierung das zugegeben und sich entschuldigt.
Die Konstruktion von "Migrantenkindern": Während eines weniger interessanten Vortrags der HiWi (der Prof is klasse!) hab ich mal überlegt, wieviel Wörter ab 4 Buchstaben man aus den Buchstaben des Wortes MIGRATION bilden kann. Wer schafft mehr als 11?
Ökonomisierungstendenzen im Bildungswesen: Die wirtschaftliche Seite der Bildung. außer mir sitzen übrigens im Seminar: Effi Zienz, Bill Dung, Bruno Sozialprodukt und natürlich Sammy Narr.
Die Bedeutung des "Bösen" in der Pädagogik: Der Prof benutzt mehr Fäkalsprache als ein Durchschnitts-Rap-Song, ist aber doppelt so alt. Das nächste mal bitte ich ihn das zu unterlassen, meine Ohren sind doch keine Toilette!
Sozialforschung und Fotografie: Mitte November besteht der praktische Teil im Besuch eines Jugendzentrums in Offenbach, lustigerweise genau um die Ecke meiner ehemaligen Wohnung; dann kriegt jeder von uns einen Jugendlichen und begleitet ihn durchs Stadtviertel und macht Fotos, die später empirisch (qualitativ) ausgewertet werden. Drückt mir die Daumen, dass ich einen guten Jugendlichen abkriege, nicht zu brav, am besten Kiffer!
Erziehungswissenschaft und Pädagogik in der NS-Zeit: Schon wieder böses. Aber der Prof ist gut, angenehm opportunistisch und dabei immer historisch korrekt.
Liebe und Sexualität im Jugendalter: Letzte Woche bin ich bei einem Referat über Statistiken eingeschlafen, aber warum haben die auch die Fenster zugemacht? Ansonsten zeigt sich, dass Jugendliche heutzutage auch nicht eher Sex haben als in den 90ern und dass es in den 60ern mehr Homosexuelle gab. Wer hätt's gedacht?!

WUSSTEST DU SCHON?
Warum ich überhaupt studiere? Da gab ein Kommilitone meines Fachs im Seminar zur Ökonomisierung eine lustige Antwort: "Um später mehr zu verdienen." HAHAHA, Scherzkeks. Doch nicht als Pädagoge! Ich studiere doch, weil wir so viele Semesterferien haben und weil es an der Uni wärmer ist als bei mir im Zimmer! Ich hoffe, ich habe niemand desillusioniert...

Montag, 26. Oktober 2009

VerÄppelt (Aufgewärmtes 2)

Als erstes ein Hinweis an alle Hessen und Apfelwein-Freunde in aller Welt: Bitte nicht weiterlesen! Alle anderen: Unbedingt weiterlesen!

Ich steh ja auf lokale Köstlichkeiten, also die kulinarischen Genüsse einer Region, die deren Ruf vorauseilen und sich super als Mitbringsel eignen. Dresden hat den Stollen, Lübeck sein Marzipan, Hamburg seinen Fisch und Frankfurt seinen Apfelwein. Vor allem als Gründungsmitglied von FRAU RAUSCHER, unserem Damen-Frisbeeteam benannt nach der Traditionsmarke, darf ich es mir gar nicht leisten, auch nur ein schlimmes Wort über das berühmteste Exportmittel Frankfurts nach Sonya Kraus bzw. Mark Medlock zu verlieren... Allerdings, wer einen ganzen Tag unter den Folgen mittelmäßig übertriebenen Äpplergenusses zu leiden hatte, sollte mit der Warnung nicht haushalten, sondern eher hausieren gehen.
FINGER WEG VON DER 2. FLASCHE APFELWEIN!
Um die extra Stunde am Wochenende, die geschenkten 60 Minuten gebührend zu feiern (ich möchte daran erinnern, dass Studenten eine Art Optimierungs-Gen haben, um alles aus allem rauszuholen), habe ich mit Jonas eine Äppler-Orgie veranstaltet, wobei wir auch den Buchstaben K abgeschafft haben, aber geine Panig! Es war nur für den Abend. Es waren nur 2,5 Flaschen, also ca 1L pro Person, aber es hat gereicht um mich den nächsten Tag außer Gefecht zu setzen. Da war ich so stolz nach der Sause im Rosi's gesund davon gekommen zu sein und dann verbringe ich wegen ein bißchen Apfelbrause den Tag auf der Couch!
Morgens gings noch, und mittags bei schönstem Wetter und Marathon auch (als Zuschauer natürlich, denn sowas ist ja nicht nur anstregend, sondern auch langweilig und das macht man sonst nur ab und zu in der Uni freiwillig mit. also, Respekt an alle Läufer!). Zurück daheim kämpfte ich bei unzähligen Folgen einer Comedy-Serie gegen eine unterschwellige Übelkeit, die ich auch schon bei den Wahlergebnissen im September verspürt hatte, nur noch länger anhaltend.
Seid also gewarnt!

Äppler in Maßen,
gut und schön,
aber mehr als 1 Flasche,
damit ist nicht zu spaßen!

Sonntag, 18. Oktober 2009

Aufgewärmtes 1

wie ich hier so sitze und mal wieder ein Lied nicht zu Ende schreibe, kann ich wenigstens mit dem Blog anfangen, nebenbei Tee, den gabs kostenlos bei der Buchmesse und er schmeckt fürchterlich... Immerhin war da alles andere klasse und da schließlich ich in die Küche musste und neuen machen, konnte ich gerade so das Brot vorm 2. Anbrennen retten (Ciabattas sind aber auch teuflisch schwer zu backen). Normalerweise lass ich einfach die Zimmertür offen und erkenne am Geruch bevor es fast zu spät ist, aber bei Schnupfen wär ein Wecker angebracht.

Trotz Erkältung war ich also bei der Buchmesse, sogar zweimal mit meiner freien Eintrittskarte. Nicht nur all die Bücher sind beeindruckend, noch viel mehr die Autoren, die einem da übern Weg laufen. Eine wahrhaft bezaubernde Atmosphäre, mit nur einen Hauch Kapitalismus, schließlich konnte man nichts kaufen (zum Glück für mein Budget). Am Freitag hatte ich mir ein gutes Programm zurecht gelegt und dachte: Starten wir den Tag doch mit einem Vortrag von, mit und über Leopold Engleitner, einem 104jährigen und dreifachen KZ-Überlebenden. Er war kein Jude sondern Zeuge Jehovas und zudem Wehrdienstverweigerer, also drehte er eine Runde durch die KZs, wog am Ende 29kg und floh in die Berge. Nun scheint er seinen Frieden geschlossen zu haben mit sich und der Welt und trägt Gedichte vor über die Sehnsucht, dass das alle Leute tun würden. Die Menge applaudiert, weil wir alle die selbe Hoffnung haben und trotzdem wissen, bis zum Frieden könnte weitere 104 Jahre dauern. Eine lange Zeit und für Herrn Engleitner muss dieses fortwährende Überleben ein Triumph sein, aber ich (die überhaupt nie so lang leben wollen würde) frage mich, ob es ausreicht um zu vergessen und zu vergeben...
Danach drehte ich eine Runde durch die Reihen, griff Werbepostkarten ab und erfuhr zufällig beeindruckende Hintergrundinformationen (Frau am Stand zu Kollegen: "Kommt Pansen noch?" - Kollege: "Nein, der ist in Amerika, der wirds nicht schaffen." sowas will ich auch ma sagen...). Anschließend hatte ich mir eine Kochshow rausgesucht, natürlich wegen der Kostproben, schlenderte am blauen Sofa vorbei, wo ein lispelnder Autor über die Freundschaft zwischen Goethe und Schiller sprach und stellte mich schließlich in die Menge vor dem ZEIT-Stand, wo Günter Grass ein Interview gab. Ich hatte ihn noch nie reden hören und war ziemlich beeindruckt von seiner Eloquenz und Direktheit. Ja, er ist selbstverliebt, aber er hat seinen Standpunkt, eine tolle Erzählerstimme und immerhin einen Nobelpreis, was es nicht alles gibt. Wenn er sich weniger politisch geben würde, hätte er sicher mehr Freunde, aber wen juckt's. Am Ende stellt sich sogar raus, dass der Günter heute Geburtstag hat, 82, soso. Jemand kommt vorbei und drückt mir ein Glas Sekt in die Hand. Na dann, Prost!


Mittlerweile bin ich schon 5 Stunden auf der Messe, hab mich dazu durchgerungen auch ma was zu Essen zu kaufen, bin dazu ausgefragt (für die Statistik), und warte nun auf Wolf Haas, damit er mir seine Unterschrift auf eine Postkarte kritzeln kann (für jemand anderen). Plötzlich kommt Gekreische auf und neugierig wie ich bin, gehe ich Nachsehen. Ist es Dan Brown? Nein, Til Schweiger. Himmelherrgottnochma, und das auf einer Buchmesse!

Dienstag, 22. September 2009

the door to paradise-hell *

uuuwahahaha, just 1 day left until I'm off to London! Loooondoooon, L-O-N-D-O-N!
but what happended so far?
well, the german mixed-nationals in Kiel 2 weeks ago was the worst tournament I've ever been to regarding the organization since there seemed to be a lack of almost anything, not to mention the crappiest breakfast ever (2 buns and 1 piece of fruit) AND on top of that a players/ teamfee of 27€... erm, what for? but, what I love about Frankfurt is, that despite the unconvenient circumstances, we had tons of fun (at least off the fields). also, if it wasn't for Bhava and our rolling-down-a-hill or hide-in-the-tent-and-sneak-up-to-others I wouldn't have had so many great laughs! what shocked me, though, was not only to loose against Dresden (!!>grr!!) but also how unspirited we seemed to play and that weren't really a team.

last weekend, it was almost the complete opposite! I played a hat-tournament in Saarbrücken (where you register as a player and teams are drawn later) and got on the strongest team... and won! whoohoo, my first victory in a fun tourney! felt good, especially since we were all about the same level of experience and enjoyed ourselves. we got the greatest compliment in the spirit circle: "you were fantastic, no way to beat you, cause you played as a team!" I so wish to take this spirit to London!

and this is the task I gave myself: to cheer up everyone and remind them of the most important things in ultimate frisbee: play spirited and as a team!
so, the magical moment is about to come, all my efforts will be rewarded, at the european championships I'll face the outcome of all my struggles. and I paid some prices, seriously, it was a whole lot of drama and it took away a couple of my friendships. I sincerely miss those people but back then I was too busy fighting for my dream, or better let the failure track me down. time surely will bring changes again, and not everything's lost, so I'll be walking the fields with my head high and in grateful thought of all those who supported me. thank you! I'm gonna kick some asses in London!



~~~

sooo, jetzt ist es nur noch 1 Nacht bis London... die letzte hab ich schon kaum geschlafen, von den wirren Träumen ganz zu schweigen. Nach dem eher enttäuschenden Turnier in Kiel (Mixed-DM, die Orga war eine Katastrophe und nicht nur wegen der 2 Brötchen zum Frühstück) und dem genialen HAT-Turnier in Saarbrücken (klasse Team! und wir haben sogar gewonnen, juchuuu! an dieser Stelle auch danke an OOUPS, ihr wisst doch wie sehr ich euch liebe!) ist für London alles offen... Hohe Erwartungen hab ich trotzdem, nach all den Schwierigkeiten bisher. Wenn der große Moment endlich kommt werden all die Tränen und Flüche es wert gewesen sein, und der Preis angemessen. Ein paar Freundschaften haben unter dem ganzen Drama um die Mannschaftsauswahl stark gelitten und nun fehlen mir die Leute... Noch ist ja nicht alles verloren, doch dem Drama hab ich abgeschworen.
Wenn ich nun ab Donnerstag auf britischem Rasen stehe, voller Glück überhaupt so weit gekommen zu sein, werde ich an dankbar an alle denken, die mich so unermüdlich unterstützt haben! Herzlichen Dank! Gut, nun entschuldigt mich, ich muss das Feld rocken!


Wusstest du schon?
In Hessen nennt man eine Männerunterhose "Rüsselsheim".

Freitag, 11. September 2009

update on ultimate

another english entry, it's been a while...
at the moment I'm watching old frisbee videos, e.g. some from the Candle Cup last year in Braunschweig. I've good memories with this tournament, the funniest ones got recorded and put on youtube:

I unfortunately don't get a high disc in the endzone, but then a handblock, which Wayne tries to turn into a callaghan, but the defence just takes the disc of him and so it's not even a turn. Well, in the end I still score that point...
so, apart from reliving old memories, I'm getting prepared to leave to Kiel, to play the german mixed championship. whooo, I'm excited! it seems ages since I've played my last tournament, in the past months there were only training-days (or I was on holiday) ... I could even bake for the team again (stupid players from Kiel won't have any), since our WG is now a proud owner of a fully equipped kitchen, including an oven!!! also self-made bread tastes so much better!

back to topic: practise hasn't been that much fun recently, I feel so damn slow and unfit as I haven't been in a long time. but what to expect? after having worn myself out in spring/ early summer summer this year I first took a break, then started playing again for a week, went on holiday for 1,5, then came back to practise for another 2 and finally went on holiday for 2 weeks. I wish I had just one more month to fully prepare for London. oh my god, London! I'm usually not thinking about it much, makes me nervous. although I seem to be the only one in our team. whatever, it'll be a great experience. and I'll give my best not to get injured as another girl in our team did, just last week. sucks so much!

so, Bhava will be here any minute and I need to finish packing.
yay, I'm going to a tournament!
:)

Donnerstag, 3. September 2009

was ist grün und hat ne weiße mütze?

der sommer ist fast vorbei (menno!), jetzt muss alles zack zack zack gehn!
an sich gibt es nicht viel neues auf dem weg aus den semesterferien; nur ein paar details, die erwartungsweise überraschend hinter der nächsten kurve warten und einen schlingern lassen. naja, manchmal muss man sich auch fragen "was habe ich eigentlich erwartet?", und kontrollieren ob das bewusstsein nicht parallel zur realität verläuft, indem man öfter abgleiche macht wie: "ist das denn so?" wenn man die dinge falsch abstempelt bzw. zu verallgemeinerungen neigt, braucht man sich auch nicht wundern vom gegenteil überzeugt zu werden. konkret heißt das: ich sollte mitbewohner weniger mit freunden verwechseln und freunde weniger mit heiligen. mit diesen erkenntnissen wirds also vor allem nach dem urlaub entspannt...
und hier dazu eine stichhaltige kurzfassung zur ostseereise august 09:
- leipzig steht am anfang und ende, und dresden nur in einem nach: es ist nicht dresden!
- reisen im roten bmw, natürlich nicht mein wagen, aber ich kaufe mir eine sonnenbrille
- besuch bei sine in güstrow, dürfen wohnung übernehmen
- urlaub in der vergangenheit: wohnung im plattenbau mit original ddr-schimmel im bad
- rostock ist toll, wenn auch bar- /kneipenfrei, es sei denn man steht auf ca 40jährige hafenarbeiter
- abends essen wie richtige urlauber: kneipe statt kocher, buffet statt brotzeit und supermann im salzstreuer
- heiligendamm: hübscher strand und billiger kaffee, das parkticket bekommen wir von netten leuten geschenkt
- überall beworben, eintritt frei, warum nicht zu karl's fahren, trotz deppen-apostroph? am ende waren die erdbeeren alle...
- kitschiger sonnenuntergang, falle jedes mal drauf rein, unglaublich!
- internetzugang in güstrow = quadratur des kreises
- milchschittenwelle und sammelpunkte = 2x heidepark, 1x bezahlen!
- achterbahnfahren ist genauso toll wie anstregend... und am schönsten kribbelts in der schiffsschaukel
- besuch in lübeck bei till und geske: hängemattensessions, lammbock-abend und lecker lachs!
- ein tag daheim mit frank (ulli: tod & teufel, ich: lautlos), abends frisbee am see, das nenn ich urlaub!
- ausflug zur seenplatte: netter spaziergang im wald, abends grillen am see mit sine und robert, direkt am spielplatz im wipp-bereich
- post-rotwein-blues am morgen nach nacht aufm sofa... ich will heim!

[bei wem sich fragezeichen gebildet haben, hier bilderhilfen]

...nein nein nein, mir gehts blendend. auch dank der metamorphose zu meinem neuen sorglosen und weitaus egozentrischeren selbst, die kürzlich begonnen hat, nach all den enttäuschungen eine zwangsläufige entwicklung. der raubttierkapitalismus hat sich nun ins privatleben geschlichen! aber ich glaube ja nicht an tiefgreifende veränderungen ohne triftigen grund, also bleibe ich am ende die selbe, abzüglich der betonung auf den gescheiterten altruismus...

und ja ja ja, training hat wieder begonnen, london liegt in der luft: dienstag beim wurftraining mit windböen und regen, british conditions, mukelkater und krämpfe an diversen stellen, aber solange es spaß macht... die stimmung hat sich auch gedreht, va die trainer scheinen angespannt, jeder fehler wird lautstark gescholten, ich hab andere sorgen. wie werd ich noch schneller? derweil überschüttet uns die eintracht mit kostenlosen trikots und trainingsanzügen, eine aufmerksamkeitssteigerung von 100%!

abgesehen von dem wiederholten hinweis, dass anonyme kommentare einfach gelöscht werden (wenn ich nicht weiß von wem sie sind, das warum ist klar), bleib ich nur noch eine antwort schuldig:
ein schlumpf mit gelbsucht.

Donnerstag, 13. August 2009

horizontale Gedanken

Ich liege auf meinem neuen Hochbett und kann selbst von da oben das Licht ausschalten, nein, nicht mit ner Frisbee, ein 30cm Lineal und Körperspannung reicht da aus.
Doch dann liege ich in letzter Zeit öfter wach und kann stundenlang nicht einschlafen. Gründe? An mangelnder körperlicher Erschöpfung liegts nicht, aber da so viel los ist, komme ich wohl nich zur Ruhe: Eine Menge Arbeit und Training 3mal die Woche, plus zwischendurch jede Woche tolle Leute zu Besuch.
Zum Beispiel liege ich vor Lachen lang als wir Shalene (Kanadierin) zu erklären versuchen was ein Dickmann bzw. Negerkuss ist, mit folgenden Übersetzungen: "black kiss" (ich) und "edible foam" (Flori).
Was sonst anlag: unsere erste Party in der "neuen" WG (Helenas Geburtstag) und Organisation von Urlaub und Praktikum (in dieser Reihenfolge, ist eine Prioritätenfrage).
Alles sehr aufregend, also liege ich uneinschlafbar da und mich bunt durch die Schlafpositionen; mal links, mal rechts und mal auf dem Rücken, wo ich sowieso nicht einschlafen kann, aber immerhin müder werde.
Ich liege auf der Lauer nach dem richtigen Moment, wenn ich mich geschickt abgelenkt habe und endlich schlafen kann. Aber nix.
Und dann liege ich da total erschöpft und trotzdem wach und ganz ärgerlich im Clinch mit mir selbst und frage mich, warum ich nicht mehr entspannen kann. Was beschäftigt mich denn? Ist doch alles in Butter grad... Vielleicht liegts auch an der neuen ALDI-Matratze, war ja sehr billig, eben ohne Einschlaf-Garantie. Aber da könnte ich auch falsch liegen...
Jedenfalls liegt es auf der Hand, dass horizontale Gedanken nicht sehr tiefgründig sein können.